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Diversionstag

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Diversionstag
Warnschuss für jugendliche Ersttäter

Fünf jugendliche Straftäter kamen in dieser Woche noch einmal mit einer gelben Karte davon. Ladendiebstahl, falsche Verdächtigung, Beleidigung, aber auch das Verschicken tierpornografischer Bilder – es war ein bunter Strauß an Straftaten, der diesmal beim Diversionstag bei der Polizei Rhein-Sieg-Kreis verhandelt wurde.

Etwa alle zwei Monate kommen die Bonner Staatsanwaltschaft, Jugendämter und die Polizei Rhein-Sieg-Kreis zusammen, um in einem verkürzten Verfahren Straftaten von Jugendlichen und jungen Erwachsenen unter die Lupe zu nehmen. Dabei soll der Diversionstag vor allem eines sein: Ein Warnschuss. Aber auch eine Chance. Denn die begangenen Taten sind in den Augen der Behörden noch nicht so schlimm, dass sie unbedingt vor Gericht verhandelt werden müssten.
Denn zumeist sind die Jugendlichen und Heranwachsenden im Diversionsverfahren Ersttäter, die bis dahin nicht mit dem Gesetz in Konflikt geraten sind. So auch diesmal. Unter den Vorgeladenen war ein 14-jähriger Junge, der gemeinsam mit einer Freundin Füller und Tintenpatronen geklaut hat - aus Prahlerei war auf einmal Ernst geworden. Ein anderer 14-Jähriger hat in einer Whatsapp-Chatgruppe pornografische Bilder verschickt und einen Jungen aus der Chatgruppe beleidigt.

Wenn Sie dann jedoch vor der Oberstaatsanwältin Petra Krämer sitzen – meist in Begleitung ihrer Eltern – entpuppen sich die auf dem Papier noch frechen Straftäter meist als kleinlaute Jungen oder Mädchen, die über ihre Taten schlicht nicht nachgedacht haben.
Strafen gibt es trotzdem: Drei der Jugendlichen müssen insgesamt 105 Sozialstunden ableisten. Für zwei, die bereits Geld verdienen, gab es Geldstrafen in Höhe von insgesamt 450 Euro. Oberstaatsanwältin Krämer findet dabei in ihrer Ansprache immer den richtigen Ton. Hart, wenn es sein muss, aber auch herzlich und fair, wenn Sie merkt, dass den Jugendlichen ihre Taten sichtlich leidtun.

Einer der Vorgeladenen nutzte diese Chance diesmal nicht. Der 20-Jährige, der wegen gefährlicher Körperverletzung angezeigt war, zeigte keinerlei Einsicht und wollte auch das vorgeschlagene Strafmaß nicht akzeptieren. Sein Fall kommt nun zur Anklage - er wird Oberstaatsanwältin Petra Krämer vor Gericht wiedersehen. Ebenso diejenigen, die nicht zum Diversionsverfahren erschienen sind. Auch ihre Fälle werden nun vor Gericht angeklagt.

Kein Wiedersehen gibt es hoffentlich mit den anderen Jungen und Mädchen.
Wir finden, der Diversionstag ist eine tolle Aktion und danken unseren Kollegen vom Kriminalkommissariat 4, den Jugendämtern und der Jugendabteilung der Staatsanwaltschaft Bonn für ihr Engagement.